Untersuchungsmethoden

Je nachdem, welche Beschwerden beim Patienten auftreten, wird der Arzt ganz gezielt bestimmte Untersuchungen vornehmen - vom Hämoccult-Test bis zur Darmspiegelung.

1. Körperliche Untersuchung

Der Arzt tastet mit dem Finger den Mastdarm aus, um eventuell vorhandene Mastdarmtumore zu entdecken. So werden in der Praxis über die Hälfte aller Tumore entdeckt.

2. Hämoccult-Test

Bereits geringe Mengen Blut im Stuhl können anhand des Hämoccult-Tests nachgewiesen werden. Eine etwa erbsengroße Stuhlprobe wird auf Teststreifen aufgebracht. Enthält die Stuhlprobe Blut, so verfärbt sich das Testfeld blau. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, müssen vor der Durchführung bestimmte Nahrungsvorschriften eingehalten werden. Ist der Test positiv, wird durch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) die Blutungsursache festgestellt.

3. Darmspiegelung (Koloskopie) / Gewebsentnahme (Biopsie)

Eine Darmspiegelung ist eine sehr gute Methode zur exakten Diagnosestellung. Bei der Koloskopie wird ein biegsamer, weicher Schlauch (Endoskop) durch den After in den Darm eingeführt. Der Arzt kann dabei jede auffällige Veränderung der Darmschleimhaut sofort feststellen.

Bei verdächtigem Gewebe wird mit Hilfe einer kleinen Zange ein stecknadelgroßes Stück Gewebe entnommen (Biopsie). Das Gewebe wird anschließend von einem Pathologen auf entartete Zellen untersucht. Werden bei der Untersuchung Polypen festgestellt, können diese mit Hilfe einer Schlinge bereits während der Untersuchung schmerzlos und schnell entfernt werden. Die ganze Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten und wird in der Regel bei spezialisierten Ärzten, so genannten Gastroenterologen, durchgeführt.

Voraussetzung für eine Darmspiegelung ist eine gründliche Reinigung des Darmes. Dies geschieht durch die Einnahme von Abführmitteln 24 Stunden vor der Untersuchung. Der Patient kann sich vor der Darmspiegelung eine Beruhigungs- oder Schlafspritze geben lassen, so dass die Angst vor Schmerzen völlig unbegründet ist. Liegt nach der Untersuchung kein auffälliger Befund vor, so muss die Vorsorge-Koloskopie nur alle zehn Jahre durchgeführt werden, da Polypen in der Regel nur langsam wachsen.

4. Kolon-Kontrasteinlauf

Die Notwendigkeit für einen Kolon-Kontrasteinlauf ergibt sich nur dann, wenn eine Darmspiegelung des gesamten Darmes aufgrund von Verwachsungen oder nach einer Operation nicht möglich ist. Bei dieser Untersuchungsmethode wird der Darm mit einem Kontrastmittel gefüllt, das vom After her verabreicht wird. So können durch Röntgenstrahlen Wandunregelmäßigkeiten des Darmes sichtbar gemacht werden.

5. Ultraschall-Untersuchung (Sonographie)

Bei der Ultraschall-Untersuchung werden die Patienten keiner schädlichen Strahlung ausgesetzt, so dass sie jederzeit ohne Bedenken wiederholt werden kann. Der Ultraschall macht Organe sichtbar. So können beispielsweise Tochtergeschwülste in der Leber sichtbar gemacht werden. Auch durch den Krebs veränderte Lymphknoten kann der Arzt mit dieser Methode sehr gut erkennen.

6. Computertomographie (CT)

Durch ein Computertomogramm erhält der Arzt zusätzliche Informationen über den Tumor. Anhand der Schnittbilder kann der Arzt feststellen, ob der Tumor operativ entfernt werden kann und wie umfangreich die Operation sein wird. Auch Tochtergeschwülste und vergrößerte Lymphknoten sind auf den Bildern sehr gut erkennbar.

7. MRT

Eine weitere Möglichkeit, den Körper in Schichten darzustellen, ist die Magnetresonanz-Tomographie (Kernspintomographie). Hierbei werden jedoch keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder verwendet. Die dabei gewonnenen Abbildungen der untersuchten Organe und Gewebe sind noch genauer, der Arzt kann auf ihnen auch kleinste Einzelheiten deutlich erkennen.

8. Tumormarker

Tumormarker sind Stoffe, die von manchen wachsenden Tumoren ins Blut abgegeben werden. Sie werden im Blut bestimmt. Auch anhand der Tumormarker kann der Arzt den Verlauf der Erkrankung und den Therapieerfolg kontrollieren.

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